Ethik
Haltung in Medizin und Pflege
Der Mensch steht im Mittelpunkt unseres Handelns. Im klinischen Alltag entstehen jedoch immer wieder komplexe ethische Fragestellungen und Entscheidungssituationen, die sorgfältige Abwägung, fachliche Kompetenz und Sensibilität erfordern.
Unsere Grundlagen der Ethikberatung
Ethikberatung etabliert sich zunehmend in deutschen Klinken. Ihre Grundlage sind die Empfehlungen der Zentralen Ethikkommission der Bundesärztekammer und die Standards der Akademie Ethik in der Medizin.
Unsere Aufgaben sind:
- klinisch-ethische Beratung von Ärzten, Pflegenden, Patienten und deren Angehörigen in Fragen der Behandlung, Pflege und Versorgung.
- Entwicklung von Leitlinien für patientenorientiertes Handeln unter medizinisch-ethischen Grundsätzen.
- Fort- und Weiterbildung der Krankenhausbeschäftigten in klinisch-ethischen Fragen.
- Veranstaltungen zu ethischen Themen.
Positionierung gegen Beihilfe zum Suizid
„An der Seite des Lebens“
Die Einrichtungen der Katharina Kasper ViaSalus GmbH positionieren sich gegen ärztliche und jede weitere Form, insbesondere die geschäftsmäßige Beihilfe zum Suizid. In einer aus Anlass des Urteils des Bundesverfassungsgerichts vom 26. Februar 2020 zur Aufhebung des §217 mit 13 weiteren großen Krankenhausträgern veröffentlichten Erklärung fordern wir eine Kultur der Solidarität und Sorge um den Mitmenschen, für die wir als Gesundheits- und Sozialversorger mit unseren Mitarbeiter*innen täglich einstehen.
Deshalb lehnen wir es als Träger in der Erklärung „An der Seite des Lebens“ grundsätzlich ab, dass in unseren Einrichtungen Ärzt*innen oder Mitarbeitende aus den Bereichen Pflege, Betreuung und Begleitung Beihilfe zum Suizid leisten oder bei der Vorbereitung eines Suizids helfen. Wir wollen ebenso in unseren Einrichtungen keine Vertreter von Organisationen, die Suizidbeihilfe anbieten, oder andere externe Personen zur Suizidbeihilfe zulassen.
Wir teilen die Auffassung, dass die Zulassung organisierter Formen assistierter Selbsttötung in Deutschland alte und kranke Menschen auf subtile Weise unter Druck setzen kann, ihrem Leben unter für sie und andere schwierigen und belastenden Lebensumständen ein Ende zu setzen. Der Schutz vulnerabler Gruppen ist uns wichtig.
Als Träger sprechen wir uns gemeinsam für die Förderung von Suizidprävention und den weiteren flächendeckenden Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung aus. Mit dieser Positionierung teilen die Träger die Grundsätze der Bundesärztekammer gegen die Mitwirkung der Ärztin bzw. des Arztes bei der Selbsttötung. So lautet eine der Kernaussagen: „Ärztinnen und Ärzte oder andere Mitarbeitende in unseren Einrichtungen leisten keine Unterstützung bei der Vorbereitung oder Durchführung eines Suizids.“
Unser Bündnis vertritt insgesamt 634 Krankenhäuser und Sozialeinrichtungen in Deutschland, in denen jährlich mehr als 1,8 Millionen Patient*innen, Bewohner*innen, Klient*innen von über 90.0000 Mitarbeitenden ambulant und stationär versorgt werden.
Wie setzt sich das Klinische Ethikkomitee zusammen?
Das Ethikkomitee ist ein Beratungsgremium in unseren Krankenhäusern und setzt sich aus Fachkräften zusammen, die aus unterschiedlichen Bereichen stammen:
- Ärztlicher Bereich
- Krankenpflege
- Ethik in der Medizin
- Recht
- Psychotherapie und Psychosomatik
- Seelsorge
- Sozialarbeit
- Klinikorganisation.